Dienstag, 12. April 2016

♡ Runnover in Hannover ♡ Hannovermarathon ♡

Ich bin runnover Marathoni ...nichts andres habe ich gewollt.

Ich danke euch allen für euer Daumendrücken und persönlichen Grüße vor meinem Start am Sontag in Hannover. Erst am Samstag hatte ich endgütig entschieden die volle Marathondistanz angehen zu wollen, nachdem ich mich so durch meine Verletzungen und holprigen Trainingseinheiten gequält habe. 
"Nur" einen Halben wollte ich nicht laufen, hatte ich mich doch (nicht nur als Botschafterin dieses Marathons) auf meinen Vierten Angriff auf die Königsdisziplin so gefreut. Ich wollte allen zeigen, dass meine Laufliebe für mich Leben und Elexier ist. 

Samstag gab es dann - für uns HAJ Marathon Botschafter ein Meet and Greet mit Anna und Lisa Hahner. Die beiden sind wirklich sehr sympathisch und absolut bodenständig.
Schön war es auch dabei einige Blogger-, Botschafter und Instagramer persönlich kennen zu lernen, 
wie zB. die Martina.
Den Samstag habe ich dann wirklich sehr entspannt in absolut liebenswerter Gesellschaft verbracht (Liebe Ilka, Danke für die wunderbare entspannte Zeit), das ist das Schöne an unserem Hobby, Laufen verbindet und man ist meist von Menschen umgeben die genauso aufgeregt und crazy sind wie man selbst. Sie verstehen einen, auch ohne viele Worte.

Sonntag | Raceday:

Ich bin ganz entspannt erst 10 vor Neun von meinem Hotel zum Start gelaufen damit ich nicht so viel Zeit zum sinnieren habe.
Und zack, kaum stand ich da im Block D, ging es auch schon los. Frische 9 Grad waren es zunächst - für solchen Zweck habe ich immer eine alte Jacke dabei die ich dann unterwegs entsorgen kann. Tat ich dann auch, bei km2. Und dann lief und lief und lief ich. 
Ihr könnt Euch kaum ausmalen, wie sehr ich es genossen habe, einfach nur zu laufen. Zuschauer gab es (bei uns non EliteRunner da hinten) wenige und so versuchte ich an einer Gruppe mit den 4:45iger Pacemakern dranzubleiben. 

Es läuft sich ganz gemütlich und ich erfreue mich an meinen Beinchen die wie von selbst laufen. Ich erinnere mich besonders an die Hildesheimerstraße, dort gehts ellenlang Geradeaus. An der Ecke Alte Döhrener trommeln mir die Streetdrummers im Rhythmus mit ohrenbetäubendem Lärm etwas vor, ich bin geflahst und fliege. Ich liebe es. 2 km später frage ich mich wieso ich so schnell flitze. Und wie durch ein Wunder laufe ich Punkt 12 Uhr mit Glockenschlag an einem Rathaus (welches?) vorbei und denke das es ein Zeichen vom Laufgott sein muss. Ja, es ist ein Zeichen. Dessen bin ich mir sicher. Ein richtig Gutes.


Die Bilder vom Berliner Marathon Rathaus Schöneberg und Kennedy sind sehr präsent. 
Ja, bis knappe 31 km lief alles bombastisch. 

Und so lief ich mit der kleinen Gruppe immer weiter, bis, ja, bis ich wirklich dringend Pippi*** musste - danach war ich aus dem Rhythmus und meine Gruppe war weg. Das war sehr tragisch für mich, nun musste ich wirklich fast bis km 37 ganz allein auf weiter Flur laufen, was mental sehr schwer war und echt an die mentale Substanz ging. Mir fehlten die Zuschauer mit ihrer motivierenden Anfeuerung, in meinem Kopf wurde immer präsenter dass ich verletzungsbedingt nie über 28 km im Training gelaufen bin und prompt meldete sich dann mein Knie sowie irgendwas an meinem rechten Vorderfuß...

Quälerisch und muskelbebend peinige ich mich über den Asphalt. Die Sonne war jetzt raus und es wurde immer wärmer. Zu warm! Ich setzte mit dem Mantra "Birki, Du bist eine 261 Woman" einfach einen Fuß vor den anderen...ich schmeckte in der sengenden Sonne das salzige Wasser und in meinem Kopf spukte es. So allein zu laufen ist schlimmer als im Training, da kommst du ja nicht zum kritischen Kilometer....

Nuuuuun, ich wäre nicht Birki wenn ich nicht kämpfen und mich selbst immer wieder anspornen würde. Zähne zusammen gebissen, an den letzten Verpflegungspunkten verlangsamt, auch mal kurz gegangen, die leeren megasonnigen endlosen Geraden in den Herrenhäuser Gärten verflucht (es war die Hölle fand ich). Erst auf den letzten 500m konnte ich genießen. Erst ab da waren Zuschauer wieder wahrnehm- und hörbar. Ich wollte nur noch das Ding beenden. Und nie vergessen zu lächeln. Ich hörte meine Namen, Ilka lief ein paar meter an der Seite mit, dann hatte ich sie "abgehängt" und sah das Finishertor. Ziel. Yaeh. Wahnsinn. Sensationell das ich ausgerechnet hier in einer Zeit finishte, mit der ich im Leben nicht gerechnet hätte, mit neuer Bestzeit (okay nur 5 sek. schneller als in Berlin, nicht auszumalen hätte ich das vorher gemerkt und durchgezogen...aber das war ja gar nicht mein Zeil heute).

Meine flinken Füße [mit zwei heftigen Blutblasen im ASICS MetaRun] und mein brennendes LäuferHerz haben mich zur 'Erleuchtung' geführt.
Ich bin zum vierten Mal Marathoni. Nichts anderes habe ich gewollt.
Ich bedanke mich für dieses Geschenk an meinen menschlichen Körper Zeit und Raum zum laufen zu haben wann immer und wie lang oder wie weit ich es möchte. 
Hier chille ich mit Janna und Ilka nach dem Marathon in der Sonne ab. 
Ladys, es war mir mit euch ein großes Vergnügen
 (und danke an die liebe Sonne für meine ersten Tanninglines 2016).

*** Lieber Rudi aus dem Henschelweg, da oben in Hannover (sh. Garminaufzeichnung), der Du eine Marathon-Sonntags Brunchparty in Deinem Vorgarten gemacht hast: 

Ich danke dir von ganzem Herzen dafür das Du mich völlig unkompliziert in Dein Haus, zu Deinem WC geführt hast und ich dieses benutzen durfte. 

Ich war/bin so happy das Du mir ein DIXI erspart hast und ich habe Sonntag Abend noch im Freudentaumel an Dich gedacht. Tolle Geste. 
Besten Dank Du bleibst mir in sehr guter Erinnerung.

Nachsatz an einige Halbmarathonläufer, die uns kurz vor (unserem) km 22 (Eichstraße) entgegen kamen, anrempelten oder (weg)schubsten, mit ihren Ellenbogen arbeiteten, uns vor die Füße, zwischen uns und unser Pacemaker liefen. 
Ja, sagt mal: Gehts noch? Habt ihr schon mal was von sportlicher Fairness, Respekt und rücksichtsvollem Verhalten gehört? Ich bin wirklich entsetzt, das habe ich bisher nirgendwo erlebt. NIRGENDWO. Schämt Euch!

Nein, Hannover, ich komme nicht wieder. Ingesamt war das bisschen schwach was Ihr uns Marathonis (Ü 4 Stunden Finisher) bietet. Kaum Zuschauer (standen wohl alle an der HM Strecke und bei der Elite) sogar betrunkene, blöde Sprüche kloppende Männer musste ich ertragen, neben ganz viele leeren Straßen und Gärten, v.a. zwischen km 25 und 40. Ich laufe lieber da wo wir gern und aus tiefster Freude und Begeisterung angefeuert werden, z.B. in Hamburg oder Berlin.

Mein außerordentlicher Dank gilt allen ehrenamtlichen Helfern die einen wirklich tollen Job gemacht haben. 

Die 4:45iger Pacer liefen nur mit noch 1-2 Marathonies aus unserer Anfangsgruppe ins Ziel, sie waren (leider) paar Minuten zu schnell. Sauer bin ich etwas über Presse und Fernsehen: Natürlich waren mit mir keine rund 21.000 Läufer auf der Marathonkönigsdisziplin unterwegs, sondern neben 10.000 Halbmarathon-Läufern, auch viele viele Kinder. 

Den Marathon selbst nahmen sich lediglich circa 2.000 Läufer vor und 1.844 finishten diesen. 
Glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast! Z.B. gab es keine Gele an der gesamten Strecke. Schwämme habe ich auch keine zu Gesicht bekommen, Coke nur am letzten VP gesehen. Das ist kein Gemecker, sondern einfach nur als Bewertungs-Fakt hier festhalten.
Laut meiner Garmin lief ich 43,19 km. Hmmmm.


Kommentare:

  1. Sorry, aber du hast eine sehr exklusive Erwartungshaltung. Die Zahlen sind nicht anders als bei jedem anderen Marathon, wenn man z.B. Düsseldorf oder Köln betrachtet. Es wurde auch nichts anderes kommuniziert. Natürlich hast du in Berlin oder Hamburg ein größeres Starterfeld und ja, da stehen dann vielleicht auch ein paar mehr Zuschauer, die es bis 4:45 aushalten. Ich habe übrigens Läufer bei 6 Stunden ins Ziel kommen sehen und beide Seiten der Zielgeraden waren voll und haben sie gefeiert. Die Verpflegungspunkte waren so bestückt wie angegeben. Cola gibt es bei den meisten Marathons nur am Ende, sie sorgt nicht dafür, dass du ab KM 5 schneller läufst, im Gegenteil.

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    1. Hi Stefan die Coke war angekündigt an mehren VP ab km 30 etwa, genauso wie die Gele.
      Da wird also eine "exklusive" Erwartungshaltung vorab geweckt. Nicht nur bei mir.
      Und ich vergleiche ungern Äpfel mit Birnen - habe nur wieder gegeben was Funk, Presse und Fernsehen SEHR WOHL am Sonntag kommunizierten (z.B. o-Ton NDR Live Übertragung: " 20.000 Marathonies").

      Ich habe auch im Blogtext geschrieben das ich 500 m vor dem Ziel genießen konnte, GENAU WEGEN der von dir beschriebenen Zuschauerspaliere die dort rechts und links (und weil das Ende zu sehen war) standen. Aber eben nur dort.
      PS Ich weiß sehr wohl was Coke mit mir beim laufen macht und ab wann man sie frühestens nehmen sollte. (Klugscheissermodus an: Ich nehme - wenn dann ohnehin erst - Coke ab km 38, aber nicht um schneller zu werden sondern um einen letzten Energischub zu bekommen. Klugscheißermodus aus).

      Es ist mir u.a. mit meinem Blog mein Bedürfnis Marathonveranstaltungen objektiv zu bewerten.
      Mag sein das ich eine hohe Erwartungshaltung habe. Das ist aber gar nicht schlimm.
      In der Regel zahlen Menschen ja für diesen Startplatz (ich hier nicht) und können etwas erwarten,
      zumindest das was man vorab verspricht.

      Just my 2 cent.

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  2. Sehr schöner Blog Post und last but not least auch hier noch mal Glückwunsch zum Mara Nummer vier! Ich saß drei Stunden vorm Fernseher und mich hat das stark an FFM erinnert! Leere Straßen, Gärten, keine Stimmung am Rand! Nun gut, Hannover und FFM sind nun mal net Berlin! Auf jeden Fall hattest du fun, deine Bilder zeigen genau das! Und das Selfie mit den Hahner Twins ist sensationell! Drei strahlende Gesichter und Birki mittendrin! Und liebe grüße unbekannterweise an Rudi! Sehr cool das du sein WC benutzen durftest! Haha, so kenne ich dich und ich hab da auch meine Lieblings Spruch "sage was du willst..." im Kopf! Auf jeden Fall hab ich mich gefreut wie ein kleines Kind als ich sah du bist im
    Ziel und dann auch noch mit neuer PB! Tolle Leistung, erst recht wenn man an deine Verletzungen denkt die letzten Wochen! Hat sich also alles gelohnt! Kannst stolz auf dich sein, ich jeden falls bin es! Und Samstag stoßen wir zwei darauf an, freu mich schon! Und bis dahin erhol dich noch gut!

    Liebe Grüße
    Deine Cathi

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  3. wie wird man Botschafterin eines Marathons, den man später dann nie mehr besuchen möchte ?

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    1. Man bewirbt sich dafür, wird Botschafter und hat im Vorwege seinen Job ernst genommen.
      Dann während des Marathons festgestellt das man sehr einsam läuft und so einen Marathon kein zweites Mal laufen will.

      PS Wieso ist man zu feige sich mit seinem richtigen Namen zu melden und findet nicht mal eine Anrede???

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