Mittwoch, 11. März 2015

Frauenläufe können DOCH richtig schön sein, wenn...

... es dann so ist, dass Laufen unter Frauen (ohne Leistungsdruck) Spaß macht, man für Gespräche und gemeinsames Lachen Zeit hat, Runningbegeisterte Läuferinnen trifft und das Ganze noch von einer Laufikone motiviert wird. 
Ich folgte also einem Aufruf zum 261 WM Woman Marathon & 10K nach Mallorca (Freitag schrieb ich dazu hier klicken), dass Kathrine die erste Frau der Welt ist, die offiziell einen Marathon gelaufen ist, und das als Pionierin, mit viel Mut. Ihre Marathon-Teilnahme löste eine weltweite Frauenlaufbewegung aus, nicht zuletzt weil sie  sich seitdem für Frauenläufe einsetzt und weltweit Frauen ermutigt an Wettkämpfen teilzunehmen.
In diesem Video hier von Anna Achilles - die ich auch flüchtig kennenlernte -  spricht Miss Marathon über die Notwendigkeit von Frauenläufen und mehr.
Doch zurück zu mir:

Eigentlich war ich ja seit 2013 mit Frauenläufen durch. Aaaber...
man soll ja nie nie sagen. So bin ich also durch mehrere Bloggerkolleginnen, 
vor allem Dank Edith (Running-Zuschi) spontan für eine kleines verlängertes Wochenende nach Palma geflogen, zumal mein dort geplantes 10k Race wunderbar in das HASPA- Marathontraining passen sollte (noch 45 Tage hust*). Herbys Plan schrieb für diesen Sonntag einen 10k Wettkampf vor, und gab mir auch gleich eine Zielzeit. 
Naja und da Mallorca ist ja sowieso meine AKKU-AUFLADINSEL ist... also nichts wie hin. Mein Herz ging schon im Landeanflug auf und ich fühlte mich wieder einmal so richtig frei.

Der Freitag war ganz im Zeichen für mich selbst. Erst mal ein Blick aus dem Fenster 
und dann einer in den Spiegel: Aaaaah das Lächeln ist zurückgekehrt. Wie schnell Mallorca "therapiert."




















Dann rapidooo raus in die sonnendurchflutete Hauptstadt, erst mal Tapas essen 
und den ersten Cortado auf der Zunge zergehen lassen. 
Hach... Seufz... ist das schön.

Irgendwann, nach Stunden, kurz nach dem Sommeruntergangsgenuss mit einem Glas "Beruhigungsvino blanco', 
bin ich dann weiter zur Marathonmesse meine Startunterlagen abholen. Was hab ich mich gefreut als ich sah, dass das obligatorische Runningshirt nicht pink war. 

Am Abend ging ich mit zur von Edith organisierten Pastaparty und habe tolle neue Runnerskollegen, wie Manu, Astrid, Edith, Michael, Tanja und den Superfotgrapgen Horst kennengelernt. Schön, das sie mich so unkompliziert aufnahmen. Ein Bild unserer illustren Runde gibts hier bei Manu auf ihrem Blog.

Samstag konnte ich kaum erwarten. 
Die Pionierin von 261WM rief zum "Breakfestrun" unterhalb der wunderschönen Kathedrale. Nichts wie hin ...
Das es mehr als nur gemeinsamer Run wurde machte mich sehr glücklich, Kathrine zum 'anfassen' Fotos knipsen, quatschen, gemeinsam laufen, anschießend dehnen und Lauf ABC und die Finisherline beschnuppern. 
Hach kann das Leben auf zwei laufenden Beinen schön sein. 










 (c) by HVB-Photography: horst@von-bohlen.org




An diesem Vormittag spürte ich bereits den Sinn dieses Frauenlaufs der so ganz anders ist die mir in D bekannten Womans Run oder ähnliche.

Ich war/bin zutiefst beeindruckt von der Marathonpinoierin. Ihre Energie, Power  und Begeisterung überraschte mich. Wie schafft sie es, so warmherzig, freundlich und inspirierend zu sein? Außerdem, ich kann es nicht glauben, schaut sie so jung aus - sie ist 68 Jahre - ich kann es echt nicht glauben. Und ich lernte an diesem Vormittag Frauen aus Schweden, Italien, England, Österreich und Spanien kennen. 
 (c) by HVB-Photography: horst@von-bohlen.org
 (c) by HVB-Photography: horst@von-bohlen.org 
Was für ein schöner Vormittag, den ich am Nachmittag mit einer stillen genießerischen Biketour abrundete. Ich war froh ganz für mich sein zu können, wahre Glücksmomente. 









Sonntag, - zufällig internationaler Frauentag - war es dann endlich so weit:


Nicht nur das das Wetter perfekt werden sollte für diesen Run, es wurde und war mir ein Fest. Yes!
Laut offiziellen Zahlen feierte ich mit über 1.000 Frauen aus etwa 23 Ländern laufend den Womansday. Punkt neun Uhr rief Kathrine uns allen in den Startblock so motivierende Worte entgegen das mir tausend Schauer über den Rücken liefen. Ich spürte eine tolle Stimmung um mich herum und genoss das aufgeregte Gebabbel der Spanierinnen (wie ich sie mit ihrem temperamento liebe)

 Zuerst durften die etwa 100 ambitionierten Marathonanwärterinnen starten.
5 Minuten später dann endlich wir 10k Racerinnen. Die 10k versprachen eine schöne flache Strecke entlang an der traumhaften Küste. Mit mir starteten etwas mehr als 1.000 Frauen. 
Ich hatte mir vorgenommen meine, im Trainingsplan geforderte Zielzeit zu packen. Ja, dieser Lauf ist reines Marathontraining. Ich spürte schon bei loslaufen: Heute, hier in diesem Ambiente, ist alles möglich. “Du fühlst dich immer besser, wenn du trainiert hast“, sagt ja auch Kathrine. Ich lief von Anfang an mein Tempo. Kurz nach dem Start traf ich tatsächlich kurz die Edith, was mich echt freute. Ein glücklicher Umstand dem ich auch diese beiden Bilder verdanke (Danke, lieber Horst!)


 (c) by HVB-Photography: horst@von-bohlen.org
Dann war sie auch schon auf und davon.
Der Rest ist schnell erzählt: 
Bei nur 41 Höhenmetern und der zum Glück morgens trotz frösteln am Morning gut gewählten Laufausrüstung und den wieder mal zu schnellen ersten drei Kilometern habe ich mich auf ein für mich Neues aber noch akzeptables Lauftempo eingelaufen, habe die letzte Wasserstation rechts und links liegen lassen, mich nur auf meine Füße (und neuen Schuhe), und die tolle Umgebung konzentriert. Ich bin einfach nur gelaufen und grinste und freute mich.

Über einen rosanen Teppich einzulaufen war auch mal etwas Neues und so nahm ich dann, beim Blick auf die Uhr im Finish meine Beine sprichwörtlich in die Hand und rannte - persönliche neue Bestzeit. Yaeh. So schnell wie hier - bin ich noch nie in meinen letzten vier Laufjahren 10 Kilometer gerannt. Was war ich stolz - und ich freue mich das das Training nach dem Steffnyplan Frücthte trägt. Ich war sogar schneller als er wollte. 

Im Ziel sollte eigentlich Kathrine mit einem big hug auf mich warten, aber ich habe sie leider nicht gesehen. Schade. Es gab dann für jede Finisherin eine besondere "Medaille" und Blume zum Frauentag.
Ich zog mich rasch um (war mächtig nassgeschwitzt) und holte mir noch eine schnelle Wadenmassage bei spanischen Physiotherapeuten ab. Gute Arbeit  Jungs! Dann gings zurück zur Strecke um die anderen Damen anzufeuern.



Resümierend kann ich sagen das für mich dieses Event einen besonderen Spirit hatte. Es lag nicht nur am persönliche Erfolg und meiner Lieblingsinsel, sondern auch am Geist von Kathrine  Dessen bin ich mir sehr sehr sicher.

Meine nagelneuen Mizuno Runningshoes haben mich glücklich gemacht.
Ich finishte unter den ersten 210 (von 855.) und top ten meiner age group.



PS Thanks to Horst Von Bohlen for your great photos.
Mein ganz besonderen Dank geht an Edith
ohne die ich niemals dieses Wochenende erlebt hätte. ♡♡♡

 „Ganz bestimmt habe ich den Sport verändert. 
Ja, ich habe die Welt verändert.“
Hier der Link zur zusammenfassenden TV-Reportage (ich bin auch kurz im Biid)
http://www.rtve.es/m/alacarta/videos/atletismo/atletismo-261-womens-maraton/3059485/?media=tve
***
„Wenn du die Möglichkeit erhältst, jemand zu sein, 
dann wirst du jemand“,
(Dafür mein sehr herziger Dank an Kathrine Switzer)

Kommentare:

  1. Liebe Birki,

    Danke für den tollen Bericht zum Frühstück. Ich muss gestehen ich habe Pippi in den Augen. Ich kann dein Wochenende auf Mallorca so gut nach vollziehen und genau diese Momente sind es ja wo man weiß, warum man läuft. Es bingt jung und alt, dick und dünn aus alles Nationen zusammen. Das kann nur der Sport und das finde ich so großatig daran. Und die schwedischen Laufdamen verfolge ich auch sehr gern bei Blogspot, Instagram und Co. Sie haben auch oft eine ganze andere Einstellunng zum Laufen und zur Natur als viele Deutsche, bei denen ich nur das Gefühl habe dass sie Sport treiben um den Schönheitsidealen zu entsprechen, nicht etwa weil es ihnen Spaß macht. (Und das geht mir mittlerweile mächtig auf den Senkel). Wir waren schon oft in Schweden zum Vasaloppet (der längste klassiche Skilanglauf der Welt mit 90km, ich habe bisher 2x den Halvvasan mit 45km gefinsht) und du glaubst nicht wieviele zig Zehntausende Leute in der Vasa-Woche (es gibt verschiedene Rennen, auch einen Frauenlauf) auf Ski unterwegs sind. Und da herrscht kein Konkurrenzkampf (ja, mit Ausnahme bei den Eliteathleten im ersten Startblock) wie bei deutschen Wettkampfen, du wirst unterwegs von anderen Skiläufern angesprochen und gefragt wie es dir in Schweden gefällt (auf der Statnummer ist immer die Flagge der jeweiligen Nationalität zu sehen) und das ist einfach nur schön und entspannt. Ich wünschte in Deutschland würde es auch mehr solche "Wettkämpfe" geben, aber das ist denke ich mit unserer Mentalität fast nicht machbar...

    Deine Berichte sind einfach toll, informativ und schön bebildert. Du bist sehr motivierend und ich kann dir übrigens auch nicht glauben dass du schön Ü50 sein sollst ;-)

    Liebe Grüße
    Belli

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Belli, Danke für Dein Lob über meine Blogbeiträge, leider bekomme ich nicht so oft Feedback, umso mehr freut mich Deines, und das Du mal kommentierst. Ja, ich habe an diesem Wochenende zwei ganz liebe Schwedinnen kennengelernt, sie sind ganz anderer Schlag als die Deutschen mit ihrem einwogen "Stock im ...." und so (du weisst was ih meine.
      Der längste Skilauf war gerade erst, ich habe mich and en Bildern auf Inst. erneut und glaube das das auch ein sehr tolles Event sein muss.

      Vielleicht sollten wir so einen Spirit nach D tragen und mal ein Ding organisieren? Jung genug sind wir ja noch ;-)

      Nicht wahr?

      LG von BIrki

      Löschen
  2. Du bist Ü50? Nicht Ü30? ;)
    Ich weiß zwar nicht wie schnell du warst, aber es sieht sehr schnell aus. Zumindest so schnell, dass ich in Hamburg wohl eher in deinem Windschatten laufen darf :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Markus, Du bist ein Charmeur und nicht nur Finishershirtsineinevielzukleineschubladestopfer und Finishermedaillensammler! Ich denke Dein Windschatten wäre realistischer für mich.Und auf der zweite Hälfte hebst Du dann ab und ich keuche hinterher. Immer unter den ersten 15% im Wettkampf war ich och nie. Aber im ersten Viertel ;-) Das ist in meiner AK auch was.
      Ausserdem bin ich Genussläufer.
      Manchmal kann er Weg das Ziel sein.
      Danke für Dein Kompliment,.
      Winke winke nach irgendwo ich weiss nicht wo.

      PS Berlinfinisher in 3:10:15h
      aha... ich bin sprachlos. Das wird nicht mal as mit dem Windschatten *hihi*

      Löschen
  3. Toller Bericht und wunderschöne Bilder! Man sieht dir die Freude auf jedem einzelnen Pic an. War sicher ein perfektes weekend auf deiner lieblings Insel. Und Glückwunsch auch hier noch mal zur neuen Bestzeit. Wahnsinns Ergebnis!!!

    LG
    Cathi

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Birki,

    Danke für den tollen Bericht.
    Ich habe mir Ende letzten Jahres mal eine Leseprobe der Marathon Woman auf den E-reader geladen und noch ein weiteres Buch von Katherine Switzer. Jetzt werde ich es auf jeden Fall ganz lesen. Toll, dass du sie treffen durftest.
    Dass du ein Super Wochenende hattest, merkt man Deinem Bericht auch an und den vielen Spaß und der ist so wichtig.
    Mir war er letzte Woche leider ein bißchen abhanden gekommen und sogar die Lust auf Laufen.
    Aber, wenn ich das bei dir lese und dein feedback auf Insta und auch von so vielen anderen lese, dann kann ich mich wieder motivieren.
    Und wenn der morgige Tag rum ist ( eine Beerdigung), dann wird mein Kopf auch wieder freier.

    Liebe Grüße
    Claudia

    AntwortenLöschen
  5. hach....hab das Gefühl meine Kommentare gehen nie...seit ich Wordpress installiert hab spinnt das alles...okay aber egal dann eben nochmal aber in Kurzfassung!
    Schöne Bilder, offenbar toller Lauf und viel Erfolg für deine weitere Vorbereitung! Bist du beim Twitterlauftreffessen dabei in Hamburg?

    LG

    AntwortenLöschen