Dienstag, 7. Oktober 2014

Laufpause! Laufpause? Ja, Laufpause!

Es ist nicht zu fassen!

28 Tage vor dem BigDay passierte nun doch was nicht passieren darf:

Es ist Sonntag und mein Steffny-Plan hat einen Long Jog vorgegeben. Mir steckte zwar noch bisschen Laktat vom Köhlbrandbrückenlauf in den Oberschenkeln, aber 'watt mutt dat muutt' heißt es hier bei uns in Hamburg.

Also 'n Pott Kaffee getrunken, ein Toasti mit Honig gefrühstückt und auf gings, mindestens 30 Kilometer laufen. Langsamer langer Dauerlauf, wie es so schön heißt. Mein Ego dachte allerdings schon beim einlaufen, ich könnt' ja vielleicht mal die 33er Marke anpeilen. Wäre ein neuer persönlicher Laufrekord. 

Schon am Samstag hatte ich mir eine asphaltierte Trainings-Strecke ausgesucht bei der ich etwa nach 120 Minuten wieder zu Hause vorbeikomme um mein Wettkampfgetränk (selbstgemixt) trinken zu können. Das konnte ich zeitlich diesmal nicht vorab deponieren aber so gehts ja auch. Außerdem wollte ich möglichst nah am New York Streckenprofil laufen. 
Um es vorweg zu nehmen: 
Es ist mir nicht ganz gelungen (es fehlen paar Anstiege, die ich hier eh' schon immer suchen muss) aber ein wenig passt es schon. Zumindest konnte ich nach 24 km die 'Queensboro hochlaufen'. Gutes Gefühl da nicht durch gewesen zu sein sondern noch Power zu haben. Aber okay, ist ja auch slowly Tempo.


(Bildquelle Herbert Steffny)

Beschwingt und gut gelaunt lief ich in den Sonntag, während andere in Familie machen' und am üppig gedeckten Frühstückstisch sitzen, lachen und kommunizieren. Nein, ich beschwere mich nicht, ich möchte es ja so. Also genieße ich meine einsamen Runden, die Stille in der Natur (jedenfalls zuerst) und das schöne Herbstwetter (Sonnenschein, blauer Himmel, und beim Start 12 Grad). Meine Gedanken weilen oft, sehr oft, schon bei meinem Run in New York, mir fällt ein was ich vorbeireitend noch erledigen muss und so vieles mehr. Es ist ein Wahnsinn was einem alles einfällt wenn man Ruhe hat und vor sich hindenken kann.

Während ich so lief spürte ich sehr bald (ich glaube es war beim 8.km) den alten fiesen blöden dreckigen bekannten Knieschmerz wieder kommend, genau den der mich vor Wochen peinigte (sh. Blogpost dazu hier und hier) und der sich am Freitag die Köhlbrandbrücke hoch laufend zurückgemeldet hat. Ich wollte es nicht glauben, schon gar nicht wahrhaben.


(Bildquelle http://www.muscleandfitness.com)

Ihr könnt' Euch überhaupt nicht vorstellen was da einem so alles gedanklich durch den Kopf fliegt. Zunächst Zähne zusammen beißen und weiter laufen, es wird schon wieder vergehen. Falsch gedacht (und gehofft).

Ich lief natürlich - so wie ich nun mal ticke - weiter, mich fragend was wäre wenn heute NY wäre. Nach 130 Minuten kam ich zu Hause vorbei, endlich trinken (wobei ich zu dem Zeitpunkt überhaupt noch keinen Durst verspürte, aber darum gehts ja nicht beim Training der Fettverbrennung). 
Da stand ich nun, trank, dehnte dabei den Hüftbeuger und überlegte abzubrechen. 
Andererseits... hmmmm. Was ist wenn heute New York wäre? Ich weiß natürlich das man NICHT in den Schmerz hinein laufen bzw. trainieren soll. Warum höre ich denn nicht auf? Ich unverbesserliches 'dummes Ding' habe mich natürlich vom eigenen Ego verleiten lassen und bin wieder los. Immer in der Hoffnung das ich den Schmerz in den Griff bekomme. 


F e h l a n z e i g e  

Mental war dieser blöde Schmerz irgendwann sehr präsent und ich sehr frustriert. Also lief ich immer kleinere Kreise um meine Homebasis herum um jederzeit aufzuhören (und noch 2x zu trinken). Das kleine Birki-Ego-Teufelchen hat mich bis zum 34,5 km getrieben, dann gab ich auf. Neuer Distanzrekord, Yaeh!
Aber trotzdem freudig erregt. Immerhin fehlen jetzt 'nur noch' 7,7 km. Das schaffe ich, dachte ich und strahlte trotz der Schmerzen über beide Wangen.



Die Motivation weiterzulaufen war zu gucken ob ich den Mann mit dem Hammer treffe. Ich nehme ja während des gesamten Trainingslaufes keine Kohlenhydrate zu mir, da nur so Fettstoffwechseltraining optimal abläuft. 
Ich habe ihn nicht getroffen, und ich werde ihn nicht treffen! 

Allerdings muss ich nun eine Zwangspause einlegen ohne zu wissen was das dann in vier Wochen mit mir macht. Am meisten mache ich mir Sorgen um meine Fitness die ich irgendwie auf der Höhe halten muss. Man ej, ich war doch schon soooo nah. 
Jetzt stehen StretchingMeditationPhysio- und osteopathische Behandlung, Yoga und ggf. Rad fahren (wenn es das Schietwetter zulässt) auf dem Programm. Wenigstens mal diese Woche.

Bleiben mir noch drei....

Lieber Laufgott, bitte... tu' mir das nicht an, ich muss dieses Ding laufen! 
Ich will, ich kann es doch auch und ich muss.

Es ist zum heulen. Einfach nur noch zum heulen!

PS Dagegen sind die mal wieder gelaufenen Blasen fast schon süß. 
Nein sind sie natürlich nicht weil sie brennen und weh tun. 


Aber der Schmerz am Knie ist weitaus schlimmer und arger.

PS Bin mir ziemlich sicher das es KEIN Tractus Syndrom ist, inzwischen bin ich mir da sehr sicher. Der Schmerz sitzt außen (lateral) am Knie auf der Tibeakopfhöhe. 


Kommentare:

  1. Oh Mann, das ist ja blöd, wenn man quasi auf den Metern ein bisschen ausgebremst wird. Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass das mit deinem Knie bald besser wird.
    Und das mit den Blasen finde ich wirklich fies. Glücklicherweise habe ich mir erst einmal Blasen gelaufen, aber nur weil ich zu faul war, die Laufschuhe mit in den Wochenendurlaub zu nehmen und statt dessen in "normalen" Turnschuhen gelaufen bin. Ich hoffe die Dinger bleiben mir auch in Zukunft erspart.
    LG

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    1. Danke für's Daumendrücken, wenn ich das JETZT nicht brauche, wann dann?

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  2. Liebe Birki,

    gestern hatte ich bereits einen Kommentar geschrieben, aber das smartphone hat mir die Mitteilung gegeben, daß keine Verbindung zum Server da war.Falls der Kommentar doch noch bei Dir auftaucht, kannst Du ihn ja löschen.

    So jetzt aber:
    Mein erster Impuls war, Dir etwas Tröstliches zu schreiben.
    Aber was ?
    Deinen momentanen Frust kann ich mir gut vorstellen, da ich ja schon lange genug mitlese und mitfiebere.
    Also, ich glaube an Dich und daß Du es schaffst in NY zu laufen. Vielleicht korrigierst Du Deine Wunschzielzeit einfach ein bißchen?
    Ansonsten halte ich Dich für fit genug. Und so schnell baust Du sicher nicht ab.
    Die tapering phase wird wahrscheinlich eh bald eingeläutet, oder ?
    Du hast bestimmt ein gutes Körpergefühl und weißt selbst am besten, was dir jetzt gut tut. Bisher lief ja alles super und Du kannst stolz auf Dich sein.
    Deine Zeilen zeigen mir persönlich auch, daß so eine Marathonvorbereitung wahrlich nicht ohne ist. Und Verletzungen sind einfach nur Sch......:-(((

    Ich habe mal wieder beim Steffny reingelinst und werde selbst nur den Plan: "auf ankommen laufen". ( Nächstes Jahr dann ).Ich hab ganz schön Respekt !

    Ich hoffe und bange natürlich weiterhin mit Dir und wünsche Dir, daß Du bald weitermachen kannst, wie geplant.

    PS: Bist Du eigentlich Yoga- und /oder Fitnesstrainerin ?
    ( Wegen des Kopfstands, ich bin da echt beeindruckt ) :-)

    Liebe Grüße

    Claudia aus F.

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  3. Hi Claudia, Danke das Du Dir das tröstliche ersparst, das hilft mir eh nicht und acht die Gesamtsituation auch nicht besser (ja, da bin ich Realist):

    Es hilft auch nicht der Glaube an MICH; denn wenn Dein Körper nicht will und kann dann nützt es auch nichts das Dein Kopf will.
    Wunschzielzeit hatte ich keine spezielle vor den Augen,
    laufen können und finishen das ist mein Wunsch.
    LG - traurige - Birki

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