Mittwoch, 1. Oktober 2014

31,5 km - LongRun (oder LDL)

Ja, 31,5 km habe ich mit Bravour gerockt. Yaeh.
Bei beinahe perfektem Laufwetter (es war ein Tick zu warm und ein bisschen zu windig) habe ich letzten Sonntag meine ersten LongRun (oder LDL= langer langsamer Dauerlauf) mit 31,5 m "gefinisht". Einzig eine "Pippi" - und Trinkpause habe ich mir nach 140 Minuten erlaubt, ansonsten habe ich mich gezwungen keine Fotostops einzulegen, wenngleich ich mir bewusst bin das ich beim Marathon auch stoppen werde, z.B. an den Getränkestationen. 
Jedoch wollte ich wissen wie sich das anfühlt so über 30 gelaufene Kilometer., weil diese langen Läufe auch wichtig, und meine 'Versicherung' sind, wie ich hier schon schrieb.

Ganz bewusst habe ich mir zum ersten Mal mein Wettkampfgetränk selbst gemixt und weiter nichts zu mir genommen. Zweimal habe ich getrunken, (bei km 16 und 25) ansonsten habe ich gänzlich auf den Einsatz von Power- oder sonstigem Gel und/oder Kohlenhydtrataufnahme verzichtet. 
Das war sehr gut so, auch für den Kopf. Ich brauche das Zeugs hoffentlich nicht.
Auch habe ich keinerlei (chemische) Vorsorge für meine Kniebeschwerden, die immer noch latent ab km 20 ihre Signale senden, getroffen. Ich wollte alles pur testen (auch Socken und Schuhe) und erfahren. 
Alles richtig gemacht! Es war ein toller Long Run an dem die Gedanken schon in New York weilten. Hach, toll, ich bekomme langsam, ganz langsam das Gefühl für die Marathondistanz die ich vor mir habe. Die letzten 3km fielen mir schwerer und ich merkte meine Oberschenkel, das Knie. Die Pace wurde langsamer und die HF höher. 
Ich denke nach diesem Run, das nichts unmöglich ist und ich es ohne Mann mit dem Hammer schaffen kann wenn die nächsten drei Wochen nichts gravierendes passiert. Diese oft erwähnte "Hammer-Man" Begegnung passiert wenn die Kohlehydrat-Vorräte zur Neige gehen und der Energie-Stoffwechsel zum größten Teil aus freien Fettsäuren bestritten werden muss. Dann genau braucht ein Läufer mehr Sauerstoff zur Verbrennung der bereitgestellten Energie. Das heißt, Du musst entweder mehr Sauerstoff in deine Muskelzellen transportiert bekommen, oder langsamer laufen. Wenn nun der Fettstoffwechsel schlecht trainiert ist (z.b. durch zu wenig lange langsame Dauerläufe), ist der Läufer gezwungen, auf den letzten Kilometern, zu gehen, oder sogar stehen zu bleiben. Das sieht man sehr häufig bei Marathonveranstaltungen als Zuschauer. Optisch nicht schön anzusehen, man sieht das für den Läufer selbst die letzten Kilometer zur richtig großen Qual werden.

Mein sehnlichster Wunsch ans Laufgottuniversum ist diesem Mann nicht zu begegnen. Also laufe ich... weiter... und weiter.

Positiv an diesen Long Jogs ist das man seine Psyche trainiert. Das kann ich an mir selbst sehr gut beobachten was diese Erfolge ausmachen.Ich kann dann im Wettkampf meine Erlebnisse abrufen und die lange Belastung sicher besser ertragen. Die Angst vor den 42,195 km schwindet und Du erträgst außergewöhnliche Belastungen besser. Ich glaube das mein Körper und auch mein Geist sich diesen langen Läufen anpassen.

Für Nachahmer: An den Tagen vor und nach Deinem LDL solltest Du regenerative Läufe einplanen, die deutlich kürzer sind und durchaus noch langsamer als der lange Lauf. 

PS Bilder aus meiner Traumlaufwelt habe ich schon unter der Woche gemacht.








"Machs dir im Training schwer, dann wird es im Wettkampf leichter." 




Statistik:
Durchschnittliche HF 75% (aber mein Puls ist nicht Dein Puls, immer dran denken!)
gelaufene km laut Garmin: 31,5
Pace unter 06:40 min/h
bei 18 Grad sonnig, leicht bewölt
16 km/h WNW Wind
Luftfeuchtigkeit: 58%

Kommentare:

  1. Ich hatte Gänsehaut bei Deinem Text. Es ist unglaublich mitreissend, wie Du schreibst, ich fiebere NYC fast schon so sehr entgegen wie Du ♥
    LG
    Bärbel

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    1. Hach, ich habe mich heute so gefreut das wir jetzt Oktober schreiben. Ich will das Ding jetzt endlich rocken und mit über 50.ooo Gleichgesinnten laufen, lachen, leben, feiern ud hinter der Finishline vor Glück hemmungslos heulen.
      Danke das Du meine "blumige" Art zu schreiben magst.
      Kisses to Berlin

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  2. Es ist immer wieder schön zu lesen das du deinem Traum Stück für Stück näher kommst. Hihi, noch 31 Tage es ist unglaublich wie nah das schon ist.
    Wünsch dir nen schönen Feiertag, morgen nen guten Run und viel Spaß.

    LG
    Cathi

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    1. So wie du, ne? ^^
      Schade das ich davon nix bekomme.
      Hast ein Vorteil (mit meinem Bloggeschreibsel).

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    2. Noch genau 30. Vermutlich heute in 30 Tagen laufen wir gerade eine Stunde ;-) und haben alles noch vor uns.

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