Freitag, 12. September 2014

Lange Läufe - meine Versicherung

Einen Marathon zu laufen, vor allem den Ersten, geht nicht einfach mal eben so. Da gehört eine Menge Disziplin und Fleiß und Laufvorbereitung dazu.

In Herbert Steffnys Trainingsplan finde ich regelmäßig Läufe zwischen 20 und 32 km. In den letzten vier Wochen bin ich drei lange Distanzen im Training gelaufen, zuletzt letzten Samstag, 28 km. Eine Distanz die ich vorher roch nie gelaufen bin. Ich freue mich. Sehr! Ich fühlte mich gut und auch einen Tag später hatte ich keinerlei Beschwerden oder Muskelkater. Das lässt mich hoffen.



Dabei war es leider an diesem Tag ganz schön heiß (ja, wir haben noch immer unentwegt Sommer in der Stadt) und das Laufgebiet war auch nicht immer "nett". Only Asphalt, Industriegebietdurchquerung, aber auch mein geliebter Deich und einige Seen im Umfeld waren die Höhepunkte der Strecke.

Hier einige Impressionen (wie immer):







Immer noch fällt es mir leider etwas schwer, bei meinen Long Jogs mein richtiges langsames Lauftempo zu finden. Man darf nämlich nicht zu schnell unterwegs sein, weil man sonst mit leeren Speichern (Glucose-und Fettstoffspeicher) die Distanzen nicht schafft oder eben sich total verausgabt und möglicherweise auch verletzt. 












Beim letzten Run habe ich eine neue Strategie gewählt, meine Garmin zeigt mir nicht mehr Pace und zurückgelegte km an sondern die Herzfrequenz. Damit kam ich sehr gut klar, weil ich mein Tempo immer wieder auf den Grundlagenbereich drosseln konnte. Nur so lernt mein Körper aus Fett Energie zu gewinnen und bildet beispielsweise mehr Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) und Fettstoffwechsel-Enzyme. Allerdings schaffe ich nie die angestrebten 70 % vom Maximalpuls, ich bin vermutlich ein Hochpulser, mind. 80% habe ich immer. Hoffentlich ist das nicht schlimm?

Schwieriger ist es für mich, meine "Verpflegung" zu organisieren. Ich habe jetzt drei verschiedene Lauf-Trinkgürtel getestet und alle stören mich derart das ich jedes Mal umdrehte und das Ding zu Hause ablegen musste. Ich kann einfach keine drei Stunden mit so einem störenden Teil an meinem Körper laufen. Aber ohne gehts auch nicht denn unter Belastung über 1,5 Stunden sollte man seinem Körper 500 ml Flüssigkeit und ggf. Kohlenhydrate (KH) zuführen. Allerdings scheiden sich hier die Geister. Wenn ich KH zuführe kann mein Fettdepot nicht lernen, diesen in Bewegungsenergie umzuwandeln. Also versuche ich bei meinem nächsten Run nur mit Wasser auszukommen. Bisher lagen mir die Gele eh' nicht so. 
Beim letzten Run hatte ich Wasser (und Power Gel) deponiert, in dem ich einen Abend zuvor mit meinem MTB die Strecke abfuhr. 

Hat den Nachteil das man nie weiß ob es den nächsten Tag dann da ist aber es funktionierte.



Ich muss es nur bei meinem nächsten Lauf noch mehr verteilen. Je länger ich unterwegs bin umso mehr "Verpflegungsstellen" brauche ich. 
Ihr seht, da gehört ganz schöne Logistik dazu. Hätt' ich anfangs nie gedacht. 

Mit Gel selbst komme ich nicht so gut klar (Dextro war der Totalreinfall) - ich habe immer das Gefühl, dass es mir nach etwa 30-45 Minuten schwerere Beine macht. Kann auch subjektives Empfinden sein, deswegen versuche ich an diesem Wochenende mal gänzlich ohne auszukommen. Haben ja auch schon andere vor mir geschafft. Warum also sollte ich es dann nicht auch schaffen?




Ohne Fleiß kein Preis! Mindestens sechs (eher mehr) lange Läufe muss ich noch vor dem Big Day laufen. Das nämlich ist meine Versicherung gegen den "Mann mit dem Hammer", den ich partout nicht treffen möchte. An diesem Wochenende ist es wieder soweit - ein Long Jog steht an - und am nächsten Wochenende plane ich eine Trainings-Halbmarathon mit Höhenmetern. 
Auf diesen freue ich mich schon jetzt sehr, bin aber auch sehr gespannt was mich da wohl überraschen und/oder erwarten wird.




"Je mehr du im Training schwitzt, 
desto weniger musst du im Wettkampf bluten." 
(Hugo Camps, niederländischer Journalist)

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