Freitag, 18. Juli 2014

21,1 km zwischen Regenschlacht und schwüler Hitze, Schmerz und Freude

Jeden Tag nach dem blöden SportScheckNight-Run spür(t)e ich in meinem linken Bein auf Kniehöhe bei jedem Laufschritt einen stechenden Schmerz. Das belastet mich mental sehr, denn seit Januar freute ich mich auf den Halbmarathon-Wettkampf in meiner Heimatstadt hier in Hamburg. Es sollte auch ein Jubiläums-Halber werden, nämlich der 20. in meiner - unserer Stadt.
(Artikel aus dem Hamburger Abendblatt vom 28.06.201) 

Und da ich den Halben und die Strecke im letzten Jahr lieben lernte, wollte ich unbedingt mitlaufen. Ich wollte es so sehr, dass ich acht unvernünftige Tage lang nicht einsehen wollte konnte, dass meine Beschwerden zu heftig sind und ich der Gesundheit zuliebe nicht laufen sollte. Trotz getapptem Knie, welches der Physiotherapeut farblich zugegebenermaßen hübsch gemacht hat, hörten die Schmerzen beim laufen leider nicht auf.
Der Test-Run am Freitag (27.06.) machte es deutlich: Es tat einfach zu schnell weh trotz Dehnübungen und Physio.
Ich musste wohl eine Entscheidung treffen, ob ich wollte oder nicht. Der Kopf sagte ja, das Herz wollte nicht wahrhaben wie sich die "Sachlage" darbot. Ich habe schließlich die ganze Zeit auf diesen Wettkampf hingearbeitet und gefiebert Außerdem hatte ich zudem bereits vor Monaten meine beste Freundin überredet  hier mitzulaufen, sie war quasi auch schon im Anreisemodus (und ich ziemlich schlecht drauf bei der Vorstellung das sie das Ding jetzt alleine rocken soll, in meiner Stadt, ohne mich. Und so lief ich zu unseren Platz an meinem Waldsee in der Hoffnung das es noch eine neue Eingebung geben könnte.





Nun, alles in allem hatten wir dann doch einen tollen Samstag, und futterten abends bei meinem Lieblingsitaliener ordentlich hausgemachte Pasta (jaja, schön vor so einem Run: lecker KH).

Sonntagmorgen klingelte gegen 07.00h unser Wecker, ein Blick aus dem Fenster bestätigte mir das wohl auch der "Laufgott" nicht möchte das ich an den Start gehe, es schüttete aus allen verfügbaren Kübeln vom Himmel. 
Okay dachte ich bei einem Blick auf das Regen-Radar, dann ist es jetzt entschieden: So wie es ausschaut wird es die nächsten Stunden ordentlich abregnen. Wie ein Roboter zog ich mich also an und ging zum Frühstück (wir hatten uns wegen der Nähe zum Start auf der Reeperbahn beide im Hotel Riverside eingebucht da ich doch ziemlich weit hätte fahren müssen).  Wie ein Roboter wählte ich das klassische Sportlerfrühstück was ich so vor einem Wettkampf bevorzuge: Ei, Toast mit Honig, eine Banane mit bisschen Naturjogurt damit das mit der Verstoffwechslung vor einem Start 100%ig noch klappt. (Deswegen frühstücke ich spätestens 2,5-3 Stunden vor dem Start). Wir saßen ziemlich stumm und schauten immer wieder - mit fragendem Blick - aus dem Fenster, wie noch ein paar anderen Läufer. Es stand offensichtlich eine Regenschlacht an. Durch  meinem Kopf ging der Gedanke das ich NOCH NIE einen Wettkampf im Regen lief. Interessante Idee und ja wenn ich in New York starte muss ich auch JEDES Wetter akzeptieren.
Auf unserem Zimmer mit Ausblick angekommen fing meine Beste an ihre Sachen zusammen zu packen, sich ihre Laufsachen anzuziehen, Startnummer anpinnen usw. - alles eben für den bevorstehenden Regen-Schlacht-Run. 
Und wie ein Roboter begann ich Selbiges, ohne wirklich zu merken was ich da tat. Da ich schon ein erfahrener Laufhasie bin präparierte ich auf noch zwei 'top Müllbeutel für uns (hatte ich am Abend vorher besorgt) die man sich vor dem Startschuss über die Klamotten ziehen kann wenn sich so ein Wetter bietet wie hier in Hamburg. Ziemlich stylisch sieht Frau damit aus.

Tja, ich weiß heute, nach knapp drei Wochen, noch immer nicht genau was da mit mir passierte, vielleicht habe ich mein Hirn im Hotelbett gelassen? Oder regierte das Unterbewusstsein über dem Bewusstsein? Was auch immer es war,  vielleicht auch das Adrenalin in mir. Seitdem wir vor Ort an der Reeperbahn waren war mir klar ich starte hier mit, trotz Regen. Wir gaben unsere Kleiderbeutel ab und sortierten uns in die jeweiligen Blogs ein. Eine Minute vor 10:00 Uhr stellte ich mich zwischen Zielzeit 2:00 und 2:15 Stunden und wünschte meiner Besten (die weiter hinten bleiben wollte) Glück (es sollte ihr zweiter werden - und ich bin so stolz auf sie, denn sie hat erst vor 15 Monaten (sie sagt durch mich) das Laufen für sich entdeckt und lief nach 11 Monaten ihren ersten HM in Frankfurt - Alle Achtung, me La Cat *Küsschen* es freut mich Deine Motivatorin zu sein). 

Der Startschuss fiel und plötzlich nieselte es nur noch. Ha, ich glaube doch an meinen Laufgott! Aber er hatte zu viel Wärme geschickt, es war enorm drückend. "Na das kann ja heiter werden" - dachte ich und war froh meine Freundin zu den kurzen Laufklamotten überredet zu haben und nicht wie viele viele andere noch eine Jacke oder anderen Ballast dabei zu haben.  Unter Sambagetrommle liefen wir auf der Reeperbahn los. Ja, wie immer ein sehr erhabenes Gefühl, und es war richtig GEILOMAT. Die Strecke (klick hier für die Strecke) ist so angelegt das man noch ein zweites Mal auf der Reeperbahn läuft, ich fand das schon im letzten Jahr 'geil': Die Musik, die im Rhythmus meiner Beine spielt, die anfeuernden Zuschauer am Straßenrand, die Freude das ich (mit)laufe, der Ehrgeiz und das Adrenalin ließen mich keinen Schmerz spüren sondern genussvoll laufen.
Prolog: Eigentlich hatte ich seit drei Monaten in Planung, meinen persönlichen Rekord aus April 2014 (da fällt mir ein da fehlt das Post zu? Uups - hole ich also noch nach) zu knacken. Unter meinen gegebenen Bedingungen war mir nicht mal klar wie weit ich kommen werde. Klar war nur das mein Ego mir suggerierte ab ca.km 16 mich durchbeißen zu wollen, sollte ich so weit unter meinen Schmerzen kommen. Also hakte ich dieses Ziel ab und konzentrierte mich auf die ersten km zum warmnlaufen und das wenn es irgend möglich ist Ankommen wollen, finishen.
Bis etwa km 11 war meine Welt in Ordnung. Ich lief und hatte große Freude. Allerdings wurde es zunehmend wärmer und schwüler und ich glaube es war an der Wasserstation bei km 12 wo ich plötzlich den Schmerz spürte und mir sogar etwas schwindelig wurde. Zum Glück nur kurz. Ich kam aus dem Rhythmus und lief etwas verhaltener weiter. Ach wie schön sah sie aus, unsere Speicherstadt , mit dem sich und in der Sonne glitzernden Fleet davor. Dann versuchte ich mich mental an "zentrale Freu-Punkte" zu beamen, da wäre dann gleich der Wallringtunnel. Ich weiß da heizt vorn eine Sambaband mächtig ein auf die ich mich schon freute, Deren Rhythmen powern einen komplett durch den ein Kilometer langen Tunnel und es wartet Abkühlung auf einen da es dort unten bekanntlich schön schattig und kühl ist. Da meldete er sich wieder, der Schmerz.  Noch nicht penetrant , aber er war da. Ich schaute auf meine Laufuhr und überlegte ... weiterlaufen mit gedrosseltem Tempo? Aufhören? Neee, dazu war es zu früh. Okay ich schalte dann mal  'nen Gang runter. 
Und dann kamen irgendwie mehrere Faktoren ins Spiel: 
Die Trommler vor und hinterm Tunnel, die Mega-Animation am Wendepunkt auf der Kennedybrücke (da las ich "Ihr seid Helden, oh ja das war ich, keine Frage^^) , die Unbekannten die meinen Namen riefen (steht auf der Startnummer), andere Mitläufer die mir zulächelten oder mir ihren Wasserbecher weiter reichten und letztendlich die kleinen begeisterten Kidds die mich immer wieder abklatschen wollten. An der Alster winkte ich mental hoch zur Präsidentensuite und war dankbar über die heftige Regenhusche die plötzlich von oben kam. So schnell wie sie kam war sie auch wieder weg und nun war es nur noch hot und schwül. Motivieren tun mich auch oft die Schilder mit denen Leute an der Strecke stehen. Mein Lieblingsspruch z.B. war : "Nur noch paar km dann gibts Bier." Oder " Quäl Dich, Du hast es selbst gewollt" oder "Vor Dir sehen die auch nicht besser aus"... hihihi, das stimmt wohl. Plötzlich war ich schon fast am Ende unserer Außenalster angelangt und trank bei km 18 noch mal ordentlich Wasser und schüttete mir einen Becher auch komplett über den Kopf. 
Und dann passierte es ungefähr so bei km 19: Schon wieder ein Anstieg. Ich dachte ich kann da in meinem Tempo einfach nicht mehr gegen an laufen und überlegte  ein wenig "zu gehen" (machen die jungen Hüpfer um mich herum ja auch). Das Gute am km 19 ist man weiss das bald km 20 und danach 21 kommt. Aber erst mal dahin kommen wenn sich ein Hügelchen wie der Mount Everest anfühlt, der Schmerz dominiert und Du denkst Du hast echt kein einziges Körnchen mehr.
Plötzlich hörte ich jemand meinen Namen rufen. Da schickte mir der Laufgott etwa 2 km vor dem Ziel die liebenswerte hübsche Lisa, sie folgt mir und meinem Projekt bei Instagram und fragte nach meinem Kniebefinden, ich fluchte wie ein Rohrspatz und hatte dabei einen gequälten Blick drauf. Dann hörte ich sie sagen: "Komm' wir laufen den Rest zusammen.". 
Ich war baff. 
Ein mir fremdes junges 19jähriges Mädchen schafft es meine letzten ungeahnten Reserven zu mobilisieren (ich bin mir sicher, ich ging über meine Grenzen ab diesem Moment)  und gesellt sich an meine Seite. So etwas hab ich echt noch nicht erlebt. Ab da begann dann die Ich geb jetzt einfach noch mal das was möglich ist und ein bisschen mehr-Phase und spürte irgendwie wenn überhaupt Schmerz und Trance. Lisa an meiner Seite und ich lief und lief und lief und hate das Gefühl ich passe mich ihrem Tempo an. Plötzlich kommen wir an der letzten "Einpeitschstelle" am km 20 vorbei und ich höre den Moderator sagen Ihr könntet es noch knapp mit 2 Stunden ins Ziel schaffen. "Das kann nicht sein Birki," dachte ich. "Neee das kann nicht sein du hast Dich verhört." Ich rief Lisa ein zweites Mal zu sie solle alleine weiter laufen ich möchte sie nicht an ihrer Finishzeit hindern aber sie lachte mich "irgendwie" nur an und winkte (glaube ich) ab. Also liefen wir weiter, von ihrer Familie am Strassenrand noch mal gepusht, 
(Bildquelle: Standbild einer Videoaufnahmen Lisa's Mama)

den blöden Anstieg auf der Rotenbaumchaussee hinauf mit den letzten noch möglichen Körnern. Ich sah das Ziel nicht und dachte "Scheiss Berg", ich spürte jetzt bald wirklich NICHT mehr zu können. Ich sehe das Finish-Tor nicht, "verdammt noch mal wir sind doch schon an der "Nur noch 1.000 Meter Marke vorbei"!?!
Da tat es sich dann plötzlich auf, ich schaue nach rechts rüber und sehe Lisa noch immer auf meiner Höhe, an meiner Seite. WoW, geiles Ding das wir da machen, die Zuschauer beklatschen uns und tragen uns / mich in das Ziel. Ich erhasche den Blick zur laufenden Uhr über uns und dachte wow, ich habe meine Zeit aus April geknackt. Da stand was von 2 Stunden und drei Minuten. 
Ich war überwältigt. Und habe fast geheult (wenn Lisa nicht neben mir geblieben wäre hätte ich geheult). Wir umarmten uns, ich empfand tiefe Rührung und Dankbarkeit. (Später schrieb mir Lisa erfreulicherweise, dass auch ich sie gepusht habe, da sie eigentlich genau ab dem Punkt wo sie mich entdeckte mit einem krampfenden rechten Oberschenkel kämpfte und ebenfalls vor der Wahl stand aufzugeben oder weiter zu gehen.... bis sie mich sah.) Ich bin überzeugt davon das das kein Zufall gewesen sein kann, diese Begegnung, dieses sich gegenseitig bis ins Ziel pushen. Jung und nicht mehr ganz so jung, sportlich vereint, mit einem gemeinsamen Ziel. Was für ein schönes Zeichen. Ich freue mich immer noch sehr darüber.

Gemeinsam mit Lisa holte ich mir die - zugegebenermaßen wirklich schwer erarbeitete - Medaille ab,
und lief dann zum Finish zurück um meine Freundin gebührend in Empfang zu nehmen. Sie musste ja auch bald eintrudeln, ich hatte keine Zweifel daran.
Da war sie dann auch - und wir fielen uns in die Arme. 

Und so waren wie wieder vereint, haben WIRKLICH beide gefinisht, ja, es konnte nun nur noch ein Rundherum perfekter Sonntag werden. 
Wurde er dann auch...(hier direkt nach dem duschen unsere "Privat-Genuss-Party im Hotel") doch das gehört nicht mehr in diesen Bericht.^^

Danke Lisa. Danke Cathi. 
Ihr seid - wie ich - meine Sonntags-Heldinnen! 





PS: Von den knapp über 8.500 gemeldeten Läufern haben sich zum Start 7.850 nicht abschrecken lassen (die anderen 650 scheinen offensichtlich 'Schönwetterrunner' zu sein). 5.640 finishten nach den kompletten 21,2 km durch meine Stadt, darunter 2.020 Frauen, plus meine Beste, die Lisa und ich (ein knappes Drittel der gestarteten LäuferInnen schaffte es also nicht bis ins Ziel). 
Interessant finde ich die Frauenquote die hier in Hamburg sehr hoch war. Über 35% aller Finisher in Hamburg waren weiblich. Im bundesdeutschen oder gar internationalen Halbmarathonvergleich sehr beachtlich.
Prolog:Ich schaffte es tatsächlich unter alle ersten 677 Finnischer und bin darüber sehr sehr stolz. Kurz nach dem Bekanntwerden meiner grandiosen Netto-Zeit, unter diesen Bedingungen, hatte ich mich dabei erwischt zu denken das ich ohne Schmerzen endlich die 2 Stunden Marke geknackt hätte. Ich war etwas betrübt, dass es "nur" unter 2:02 Stunden wurden. Habe mich dann aber doch sofort sehr für diesen Gedanken gescholten denn ich bin erstens neue Bestzeit gelaufen (es war ja erst mein dritter HM) und zweitens war das wirklich mein erster Lauf an meinen Grenzen. Der wiegt doppelt so viel, finde ich und ich bin mächtig stolz.Und man braucht auch ständig neue Ziele, nicht wahr? Einmal möchte ich, bevor  doch mein Alter mir Tribut abfordert und es nicht mehr möglich ist, ein Sub 2 Halbmarathoni sein.

 

Last but least:
Ich lief diesen Halbmarathon mit meinen alten Glücksschuhen sowie am linken Knie und linken ITB getapt. Ehrlich? Ich hoffe ich muss das nie wieder tun. 
Und beim nächsten Mal lasse ich wohl doch besser die Vernunft walten, denn ich habe noch immer Probleme und kann nicht richtig mit dem Marathontraining beginnen.

Vielen Dank an die BMS-Laufgesellschaft für diese tolle Veranstaltung hier in Hamburg  Die Organisation war absolut perfekt, vom Start auf der Reeperbahn, Kleiderbeuteltransport, bis hin zum Zielbereich an der Hallerstraße. 

Offizielle Blöder vom Halbmarathon gibt es hier zu sehen (klick mich).

Kommentare:

  1. Ich fühlte mich beim lesen gerade noch mal 3 Wochen zurückversetzt. Während des Laufes dachte ich noch bitte, bitte lass ihr Knie mitspielen, ich will sie nicht abgebrochen irgendwo
    Rand stehen sehen. Und dann, als ich durchs Ziel (knapp 19min nach dir) und diesen gefühlten endlos Weg ging dachte ich nur " wo steht Sie, sie muss das gepackt haben, sie ist ganz sicher ins Ziel gekommen". Und dann auf einmal sah ich dich mit deiner Medaille um den Hals. Du und dein Knie, ihr hattet es tatsächlich geschafft. DAS der schönste Moment für mich.
    Und ich glaube auch das es KEIN ZUFALL war das du Lisa getroffen hast. Tolle Aktion von ihr!!!!
    Und alles was nach meinem Finish kam war eine wundervolle Zeit mit unvergessenen Momenten.
    Toller Halbmarathon, tolles Weekend und tolle Leistung von dir. War/bin sehr stolz auf dich. Diese Medaille
    hast du dir hart und schmerzhaft erarbeitet! Kannst wirklich stolz drauf sein. Hella Halbmarathon, ich komme nächstes Jahr wieder.

    PS: und danke fürs Lob du meine Motivatorin :o)

    LG
    Cathi

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    1. Keine Sorge, La Cat, Du
      hättest mich nicht an Rande aufsammeln müssen, denn ich hatte dafür einen Masterplan, der zum Glück nicht zum Einsatz kam.
      Ich wäre still und heimlich abgehauen und Du hättest mich dann, Stunden später in unserem Hotelzimmer total betrunken vorgefunden^^
      Zum Glück kam es anders,
      und ja, während des Schreibens diesen langen Romans (bitte sorry an alle!) bin ich noch mal richtig diesen HM durchlitten.

      Ehrlich?!
      Nie wieder! Nie wieder unter Schmerzen!

      LG zurück an Dich meine Beste und
      naja... was soll ich sagen?
      Einfach nur ... "Schau'n wir mal..."
      das ist jetzt zum Glück total unverbindlich. Denen im Gegensatz zu Dir weiß ich das am Ende NICHT immer alles gut wird.
      Aber fast immer.

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  2. Dieser Post rührt mich zustiefst. Bei KM 18 habe ich echt angefangen zu leiden, kurz überlegt zu gehen (wie so viele andere um mich herum), und mir dann gesagt: 'Nein, Lisa. Drei Kilometer vor dem Ziel wird nicht gegangen. Es sind noch höchstens 17 Minuten. Stell dich nicht so an.'
    Ich wusste höre ich erstmal auf und fange an zu gehen, kann ich nur verlieren. Das kostet viel zu viel Kraft und Überwindung wieder loszulaufen anstatt sich jetzt durchzubeissen. Und dann in einer Kurve sehe ich dich. Ich drehe mich aus Ungläubigkeit zweimal um, um sicher zu gehen, spreche dich an und denke gleichzeitig: es sollte mit dem Gehen nicht sein. Ich habe dich leidend gehen sehen und dachte mir: 'Drei Kilometer vor dem Ziel wird nicht gegangen!'
    Ich habe dich abgewunken, weil es mir gar nicht anders in den Sinn gekommen wäre. Was für mich gilt, gilt auch für andere. Und besonders, weil ich von deiner Verletzung wusste, und deinem Traum NYCM. Ich derhte mich im Laufen nochmal um und du hast dich dran gehängt. Ein Gefühl von Stolz und Zufriedenheit übergab mich und trug mich mit dir zusammen ins Ziel. An diesem besonderen Tag auch noch was für einen anderen gleichgesinnten Menschen tun zu können, war und ist immer noch eine Ehre.
    Mein unausgeprochener Kommentar als du sagtest du willst meine Zeit nicht kaputt machen?
    'Beim ersten HM ist jede Zeit Persönliche Bestleistung.'
    Ganz liebe Grüße
    Lisa

    runlivestudy.wordpress.com

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    1. Liebe Lisa, ich danke Dir von ganzem tiefen Herzen.
      Auch für dieses liebenswerte Kommentar hier. Ja, du kannst sehr stolz auf Dich sein denn Du bist ein sehr toughes "Mädchen' mit dem Herz am rechten Fleck, kameradschaftlich und super liebenswürdig. Ich bin immer noch völlig geflahst wenn ich daran denke was Du an Reserven in mir "frei gekitzelt" hast, mit einem Satz, mit diesem unglaublichen souveränen und sehr sportlichem Verhalten. Ich weiß nicht ob ich es Dir an diesem Tag sagte, aber Du kannst unheimlich stolz auf Dich sein: Ob Deiner ersten Halmarathonleistung (tolle Zeit!!!) und Deiner Hilfe die Du mir gegeben hast. Bei Deinem nächsten Run hier in HH pushe ich Dich (mit) entweder auf der Strecke oder am Rand.
      Thanks for all
      (und nun geh ich mal auf Deinem Blog stöbern und hoffe wir bleiben in Verbindung.)
      Deine Birki

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    2. Ohhh :)) Tut mir Leid das ich zeimal einen Kommentar gepostet habe, hat beim ersten mal nicht funktioniert (dachte ich zumindest)

      Ist alles noch im Aufbau (mein Blog), also nicht wundern wenn noch sehr wenige Beiträge habe...
      Das hoffe ich auch sehr :))

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  3. Dein Post rührt mich sehr! Bei KM 18 habe ich echt angefangen zu leiden. Habe darüber nachgedacht zu gehen (wie soviele andere um mich herum). Doch ich sagte mir 'Nein. Drei KM vor dem Ziel wird nicht gegangen. Stell dich nicht so an und lauf.'
    Ein paar Minuten später in einer Kurve musste ich mich aus Ungläubigkeit zweimal umdrehen. Ich dachte kurz ich träume. Du hast gelitten, so wie ich. Aber wieder dachte ich: 'Nein. Drei KM vor dem Ziel wird nicht gegangen.' Und meinte wir laufen den Rest zusammen. Die Zeit erschien mir ab dem Moment irrelevant. Beim ersten HM ist jede Zeit persönliche Bestleistung.
    Mich übergab ein Gefühl von Stolz außer mich selbst, noch jemand anderen ins Ziel bringen zu können. Nach Verletzungspause von 5 Wochen und nur einer Woche Training vor dem HM war mir klar die 1:45 nicht zu knacken und dieses Gefühl war wenigstens ein kleines Pflaster dafür. Ich hatte schon vorher überlegt jemanden anzusprechen und mitzunehmen, aber bei dir hat ich mein Gehrin ausgeschaltet. Ich kannte deinen Traum vom NYCM, aber auch dein Knieleiden. Alles andere stand ausser Frage. Es war ein Ehre meinen ersten HM mit dir zu finishen und arbeite (nachdem ich noch ein paar weitere Rennen austrainiert gelufanen bin) gerne als Pacemaker für dich ;)

    Ganz liebe Grüße
    Lisa

    runlivestudy.wordpress.com

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    1. ch denke für diese Bewerbung brauchen wir kein AC, bist angenommen als Pacemaker, aber so was von gerne, liebe Lisa. Vermutlich wird es aber , en Du komplett gesund und ausgeheilt bist, so sein das Du mir davon läufst, erstens trennen uns ja doch einige etliche Jahre und zweitens wenn Du den HM in :1:45h knacken wolltest bist Du ja viel schneller als ich. Da wäre ich ein Hindernis wenn Du mein Hais wärest. Aber ein paar Kilomterchen laufe ich super gern wieder mit Dir, am besten die vor'm Finish, Du ziehst gut ;-)
      PS Dazu muss aber erstmal bei mir alles ausheilen, ich leide derzeit sehr und habe Angst um meinen Traum.

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