Montag, 26. November 2012

Running in the fog (Was Laufen im Nebel bewirkt)

Schon im letzten Jahr, zum Herbst-Winterübergang war ich sehr verwundert, von Tag zu Tag, Woche zu Woche immer weniger Gleichgesinnte in meinem Laufrevier zu treffen. Es ist wirklich so, viele Joggerinnen und Jogger schmeißen ihre Laufschuhe in die Ecke. Warum, hab ich mich gefragt. Ist Laufen nur was für Schönwetterzeiten?
Hmmmm. Ich hab dann bisschen recherchiert, weil es mich interessiert(e) und kann das nicht nachvollziehen. Vorweg: Es gibt keinen Grund nicht durch Herbst und Winter zu laufen. 
Alle die, die jetzt mit dem Lauftraining aufhören weil das Schweinehundmonster über sie siegt, müssen im Frühling wieder von vorn anfangen um auf den gewohnten Lauf- und Konditionslevel zu kommen. Abgesehen davon mir würde etwas fehlen, was ich anderweitig nicht kompensieren könnte. Und ja, natürlich kostet Überwindung und Disziplin. 
Auch mich hat's am Samstag das erste Mal richtig gebeutelt, ich wollte partout nicht raus, es war nass, es war kalt und es war absolut dicke Suppe hier in Hamburg.



Da sollte ich raus? Laufen? Ach nööö, Sofa oder Sessel wäre doch auch ganz schön (bequem). Novemberbluestime.
Ich habe gelernt, dass es wichtig im Kampf gegen besagten Blues ist, die Alltagsroutine einzuhalten. Also, Zähne zusammenbeißen und Trainingsplan einhalten und einfach daran denken wie schööööön es beim Laufen ist und wie toll frei ich mich dabei fühle (und wie schön die warme Dusche danach ist).

Dann bin ich los und was soll ich sagen: ES WAR TOLL. Es war kalt, antrengend, ich habe teilweise schwerer geatmet und eine 'schlechtere' Pace als sonst gehabt, aber diese 10 km haben mich weit weg vom Novemberblues gebracht.

Und wenn Ihr Euch jetzt fragt warum ich Euch das alles schreibe:
Hier kommen meine Tipps zum Laufen durch Herbst und Winter denn ich habe es jetzt lange genug getestet und fühle mich befähigt gute Ratschläge zu geben.
Letztendlich möchte ich jede von Euch da draußen, jeden motivieren sich zu bewegen, etwas für die eigene Gesundheit und Kondition zu tun.


Bei Kälte und Nebel laufen gehen, ja oder nein?

Zuerst müsst ihr wissen, dass uns in diesen Jahreszeiten Licht fehlt und deswegen Serotonin, der Neurotransmitter, der "Glückshormon" genannt wird her muss damit Melatonin nicht siegt. Wenn wir im Freien körperlichen Aktivitäten nachgehen erhöhen wir den Glückshormonspiegel und senken den Melatoninspiegel (das ist das Hormon welches für unsere Stimmungstief in den dunklen Jahreszeiten verantwortlich ist).

Meine Erfahrung vom Wochenende: Auch wenn im Nebel die Luft schwer von Feuchtigkeit ist, die Nässe im Gesicht ab dem ersten Kilometer bereits zu spüren ist und die Tropfen sich um Nase und Augen verfangen, wenn Du bei den Laufsachen die richtige Kleidung anhast und Dein Tempo etwas reduzierst (auf den Atmen hören!) dann wirst Du merken dass so ein Nebellauf was ganz ganz tolles ist/sein kann:
Mit jedem Meter eroberst Du Dir die Welt da draußen, die Dir fast ganz allein gehört. Du fängst an Bilder im Nebel zu weben, Deine Gedanken kreisen, Du malst im Kopf. Diese Eindrücke sind einzigartig, sie verzaubern mich und machen glücklich. Ich laufe wie auf Wattebäuschchen, die mich auch sanft feucht im Gesicht betupfen, der Nebel webt sein Kleid um mich, ich lasse ihn das tu'n, denn es sind Momente die mich demütig machen. Demütig weil ich frei bin und hier laufen kann. Laufen mit der Gewissheit danach in mein warmes Heim zurückzukehren, in den Schoß meines kleines privaten Glücks.
Und ich bin froh, dem Schweinehund  w i e d e r   e i n m a l davon gekommen zu sein und so einen Tag wie diesen erleben zu können.

Wenn Du dann unter der Dusche stehst, die Wärme spürst und Dich auf einen warmen grünen Tee (oder schönen Kaffee) freuen kannst, unglaubliche Energie spürst, Deinen Mitmenschen mit Lächeln begegnest, dann weisst Du dass der Novemberblues Dir mal kann.

Eine schöne Woche wünscht Euch, Eure Birkin, für die laufen Leben ist.

PS Und die nächsten Tage gehe ich mit Euch der Frage nach ob man auch bei eisiger Kälte laufen kann und wie die richtige Winterlaufausrüstung aussehen sollte. Interessiert dass jemanden da draußen?




Kommentare:

  1. Schön geschrieben, genau so ist es. Ich wünsche Dir weiterhin so zauberhafte Läufe :-)

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    1. Ooooh; ganz lieben Dank für den lieben Wunsch.

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  2. Ich laufe zwar nicht, aber der text hat mich irgendwie berührt...

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  3. ja, mich auch...vor allem das gesicht von dem ewig jungen mädchen....

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  4. ich laufe mit ;)

    ich brauche es auch, gestern abend sind wir im dunkeln gelaufen, bis in die stadt und wieder zurück, aber fast alles durch grünflächen, sind sogar am weihnachtsmarkt vorbeigekommen (gut daß wir kein geld dabei hatten, sonst wären wir wohl mit der bahn zurückgefahren hihi), der geruch von winter in der luft und diese dunkelheit hat so was anonymes, wir waren draußen, aber niemand hat uns gesehen... es war toll. danach ein heißes bad und eine heiße milch mit honig und zimt. ich hab geschlafn wie ein baby. morgens hab ich nicht so viel power und quäle mich, abends laufe ich und laufe und laufe...übrigens auch schneller als sonst und bin danach nicht fix und alle sondern mein lebensgeist ist geweckt. kennst du das auch?

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    1. Ja, liebe Doro das kenne ich auch dass plötzlich alles Lebensgeister geweckt sind. Un ein gesunder Appetit.
      DU beschreibst das schön mit der Anonymität beim Laufen. Ich finde das auch herrlich schöööön.

      Lass uns ein Stück zusammen laufen.
      LG B.

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  5. ja bitte! ich habe interesse. du bist ja nun eine, sagen wir mal, profi läuferin. kannst du vllt einen tipp geben, wie man am besten anfängt? wie häufig. ob es auch machbar ist, nur am wochenende zu laufen.... . fragen über fragen ;-)

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